Zwischenbebauung IV
Carsten Gliese

Franz Schuck GmbH, Armaturen

Werk

Vorhandene Hausfassaden durch Verkleidung mit Stahlblechen optisch zu verändern, ist der Arbeitsansatz von Carsten Gliese bei seinen ?Zwischenbebauung? genannten Projekten. In Heidenheim hat er hierzu den schmucklosen Anbau des Spielwarengeschäftes Jaro (Brenzstraße/Ecke Grabenstraße) gewählt, dessen Fassade er durch Stahlblechverkleidungen materiell verändert und zugleich als Bild neu interpretiert. Als motivische Grundlage dienen ihm dabei Fotografien dieser Hausfassade, die er mit dem Computer so bearbeitet, dass ein neues Bild der Fassade entsteht. Die derart bearbeitete fotografische Vorlage wird vom Künstler in der Franz Schuck GmbH als gerastertes Bild auf das Blech übertragen und die Bildpunkte anschließend ausgebohrt. In Abhängigkeit von den Grauwerten der Vorlage werden Bohrungen mit unterschiedlichem Durchmesser gesetzt. Da in dem dunklen Stahl vor der hellen Fassade die Bohrlöcher hell erscheinen, zeigen sich die perforierten Bleche nach ihrer Montage als gerastertes Bild, das um die Architektur gelegt ist.
Die Wahrnehmung dieses Bildes ist dabei entscheidend vom Betrachterstandpunkt abhängig. Steht man dicht vor der Fassade, sieht man nur die perforierten, vor die Wand gesetzten Stahlbleche. Je weiter man sich vom Gebäude entfernt, um so deutlicher tritt das Bildmotiv zu Tage, das letztlich die vorhandene reale Architektur bildlich ergänzt und fortentwickelt. Aus dem schmucklosen Anbau wird so konsequente und moderne Architektur, die Gebäude und Bild zugleich ist.
rh

 

Künstler

Carsten Gliese 1965 in Krefeld geboren
1988 Beginn des Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Münster
1995 Akademiebrief, Meisterschüler
lebt in Münster