They read / Sie lesen
Hörner / Antlfinger

Aditech GmbH, LCD Displays und Steuerung
Carl Edelmann GmbH & Co. KG



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Werk

Mit der Technologie der Firma Aditech arbeitet ebenfalls das Künstlerpaar Ute Hörner und Mathias Antlfinger. Dabei machen sie sich die technischen Voraussetzungen von LCD-Displays zu nutze, die darin bestehen, dass das von den Flüssigkeitskristallen erzeugte Licht durch Polarisationsfolien
geleitet werden muss, um Schriftzeichen sichtbar werden zu lassen. Entfernt man eine solche Polarisationsfolie aus dem Display, kann die Schrift mit bloßem Auge nicht mehr wahrgenommen werden. Deshalb lassen die Künstler Brillen mit Polarisationsfolien herstellen, die es dem interessierten
Kunstbetrachter dennoch ermöglichen, die Textbotschaften zu lesen. Die Kunst, die sich im öffentlichen Raum normalerweise immer dem Betrachter aufdrängt, bleibt so unsichtbar, sofern der Betrachter kein Interesse an ihr hat. Wenn er aber auf das Projekt des Künstlerpaars neugierig ist, kann er es mit Hilfe der Polarisationsbrille kennen lernen. Er kann die ausgewählten Texte lesen, die sich mit der Konstruktion von Wirklichkeit befassen. Das gute Dutzend Displays findet er an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet, wie z. B. an einem Kiosk, in einem Café, einem Schaufenster oder in einem Supermarkt.
Die Idee zu dem Projekt „They read/Sie lesen“ ist inspiriert von dem Sience-Fiction-Film „They live/Sie leben“ von John Carpenter. Dieser Film entwirft ein typisches Verschwörungsszenario des Kinos der 1970er und 80er Jahre: Die Erde wird von Außerirdischen unterwandert, die wie gewöhnliche Menschen aussehen. Doch nicht nur viele Menschen sind bereits Aliens, sondern der gesamte öffentliche Raum ist von geheimen Botschaften durchdrungen, welche die Menschen lenken, jedoch von diesen nicht bewusst wahrgenommen werden können. Ein Außenseiter gelangt durch Zufall in den Besitz einer Brille, mit deren Hilfe er die Außerirdischen sehen und ihre geheimen Botschaften lesen kann.

Das Projekt von Hörner/Antlfinger spielt mit dieser Umkehrung von Sichtbarkeit und Wirksamkeit. Sie machen eine textgestützte, konzeptionelle Kunst für die Öffentlichkeit, die sich nicht aufdrängt, aber vom interessierten Betrachter gelesen werden kann. Dabei besteht der Inhalt ihrer Botschaften gerade darin, das Verhältnis zwischen Vorstellung und Wirklichkeit zu thematisieren.
rh

 

Künstler

Ute Hörner 1964 in Karlsruhe geboren
1986 - 1991 Studium der Bildhauerei an der Akademie
der bildenden Künste Stuttgart
1993 - 1996 Postgraduiertenstudium der
Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien Köln
1999 Professur für Kunst und Medien an der
Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design, Halle
lebt in Düsseldorf und Halle

Mathias Antlfinger 1960 in Limburg a. d. Lahn geboren
1983 - 1989 Studium der
Kunsterziehung/Bildhauerei an der Akademie
der bildenden Künste Stuttgart
Studium der Mathematik an der Universität Stuttgart
1991 - 1996 Studium der Freien Kunst an der
Kunstakademie in Düsseldorf
1998 - 1999 Dozent für interaktive Medien am
Institut für Grafik Design, Düsseldorf
1999 Künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter
für Kunst und Medien an der Burg Giebichenstein,
Hochschule für Kunst und Design, Halle
lebt in Düsseldorf und Halle