Die demokratische Sozialisation des kreativen Lasters
Ulrich Genth/Heike Mutter

Franz Schuck GmbH, Armaturen
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Werk

Kein Gebäude und kein Ort, sondern die Mobilität im wörtlichen wie im übertragenen Sinne bildet den Ansatzpunkt für das Projekt von Heike Mutter und Ulrich Genth (geb. 1968 bzw. 1971, leben in Köln und Düsseldorf). Aus 200 Metern Plastikrohr der Firma Schuck Armaturen formen die Künstler eine große graphische und expressiv verschlungene Skulptur, die aufregend aussehen soll, aber auf nichts anderes als sich selbst verweist. Diese autonome künstlerische Form wird auf einen mobilen Untersatz, einen LKW montiert, der als Sockel dient. Er macht die Skulptur so mobil, dass sie in den kommenden drei Jahren ihren Standort mehrfach wechseln kann. Die mobile Plastik reagiert damit auf ein Problem, das bei der Platzierung von Skulpturen im öffentlichen Raum häufig auftritt – nämlich heftige Kontroversen über ihren Standort. Deshalb richten die beiden Künstler im Internet ein öffentliches Diskussionsforum ein (www.demokratische-sozialisation.de), das es allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, sich zu informieren, Standorte zu diskutieren und schließlich darüber auch zu entscheiden. D. h. der dauerhafte Diskussionsprozess mit den Bürgerinnen und Bürgern untereinander sowie mit dem Künstlerpaar ist ein integraler Bestandteil dieses Skulpturenprojektes, das den – nicht ganz ernst gemeinten - Titel „Die demokratische Sozialisation des kreativen Lasters“ trägt.
rh

 

Die Künstler

Ulrich Genth
   
1971 geboren in Tübingen
1994-99 Studium an der Kunstakademie Münster/Prof. Reiner Ruthenbeck
1997 Meisterschüler
   

Heike Mutter

1969 geboren in München
1991-95 Studium Kommunikationsdesign an der Fachhochschule für Gestaltung Pforzheim
1995-96 Studium der Medienkunst an der Hfg Karlsruhe/Prof. Marcel Odenbach
1996-01 Studium der Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien Köln/Prof. Jürgen
Klauke & David Larcher