Fritz Balthaus
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Richter Lighting Technologies GmbH
 

 

 

  
PROJEKT   KÜNSTLER

Den Preis für ein Lichtprojekt bei der Firma Richter Lighting Technologies hat der Berliner Künstler Fritz Balthaus mit einem Vorschlag gewonnen, der durch seine formale, spezifisch örtliche und inhaltliche Präzision besticht. Für das Heidenheimer Kunstmuseum schlägt er eine Leuchtschrift vor, die in ihren Dimensionen perfekt auf die niedrigen Dachflächen des Jugendstilgebäudes passt. Links vom Eingangsportal des Gebäudes ist das Wort „kunst“ zu lesen, rechts um die Ecke, gleich nach der historischen Balustrade steht das Wort „museum“.
Das Kunstmuseum Heidenheim bekommt damit eine Leuchtreklame, die von der Museumsleitung schon lange gewünscht wurde, bisher aber aus zwei Gründen scheiterte: 1. am notorisch knappen Budget des Museums und 2. am Denkmalschutz, der eine solch auffällige Reklame nicht genehmigen würde, weil sie die historische Fassade signifikant verfremdet.
Beide Probleme löst das Projekt von Fritz Balthaus quasi nebenbei. Denn nun übernehmen die Firma Richter Lighting Technologies und das Bildhauersymposion die Kosten, und als Kunstwerk unterliegt diese Leuchtschrift nicht der Genehmigungspflicht durch das Denkmalamt.
Doch nicht nur aus diesen Gründen passt das Projekt von Fritz Balthaus präzise für das Kunstmuseum. Vielmehr baut der Künstler auch noch einen künstlichen Wackelkontakt in die Leuchtschrift ein, der dazu führt, dass die Buchstabenfolge „u - s - e“ in dem Wort „museum“ ständig flackert. Unschwer erkennt man in dieser vermeintlichen Fehlfunktion das englische Wort „use“, also das Substantiv „Gebrauch“ bzw. die verbale Aufforderung „Gebrauche!“. Damit weist Fritz Balthaus auf eine zentrale Funktion jedes Museums als Institution hin. Denn Museen dienen vornehmlich zur Bewahrung und Präsentation gesellschaftlich wertvoller Artefakte und diese sollen, ja, müssen von der Öffentlichkeit gebraucht, d.h. also angeschaut und verstanden werden.
Denkt man näher über den Gebrauch von Museen durch Kuratoren, Künstler, Sammler, Politiker, Populisten, Touristen usw. nach, dann eröffnet sich darüber ein breites Assoziationsfeld zum Verhältnis von Museum und Gesellschaft, das an dieser Stelle jedoch nicht näher betrachtet werden kann. Festzuhalten bleibt: Die an sich einfache Lichtinstallation von Fritz Balthaus überzeugt nicht nur durch ihre formale, örtliche und inhaltliche Genauigkeit, sondern auch durch ihren Assoziationsreichtum.

René Hirner

 

 
Stipendien
1983 Meisterschüler Prof. Lortz, Hochschule der Künste, Berlin
1984 Stipendium am California Institute Of The Arts, Los Angeles, bei John Baldessari , Open Seminar, Michael Asher, Post Studio Art
1991 Atelierstipendium Künstlerhaus Bethanien, Berlin
1993 Aufenthaltsstipendium Akademie Schloß Solitude, Stuttgart
1995 Projektstipendium Kunstfonds e.V., Bonn
1996 Jahresstipendium Stiftung Kulturfonds, Berlin / Stipendium Schloß Wiepersdorf
1997 Stipendium Künstlerhaus Schloß Balmoral, Bad Ems, Stipendium des Senators für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Berlin
2000 Arbeitsstipendium Kunstfonds e.V., Bonn
   
Werke (Auswahl)
Die Arbeitsschwerpunkte von Fritz Balthaus sind „präzise Versuchsanordnungen wie ironische Eingriffe in die Kunstwelt und den Ausstellungsbetrieb“. Er schafft sowohl Skulpturen, wie Die Blume für die Buga in Schwerin. 2009 und Buga Potsdam K-Kunstorte, 2001, Skulptur, w ie auch architektonische Werke, etwa marked space – unmarked space. hierbei handelt es sich um die künstlerische Außengestaltung der Berlinischen Galerie in Berlin-Kreuzberg. 2010 wurde Pure Moore Bronzeskulptur, Kunst am Bau, Bundeskriminalamt, auf dem Gelände des BKA-Dienstsitzes Berlin-Treptow errichtet. „Use“ ist Werk13 beim Bildhauersymposion Heidenheim und wird gerade errichtet
   
Lehre Kunsthochschulen
Seit 2008 Dozent und Mentor für Studierende des Fachgebietes Kunst, Master of Art in Public Spheres, an der Hochschule Luzern. Lehrauftrag Kunsthochschule Berlin Weißensee, Fachgebiet Raumstrategien, Forschende Kunst im öffentlichen Kontext; Gastprofessor im Fachgebiet Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin.
   
Ausstellungen und Kunst im öffentlichen Kontext
Preisträger Bildhauersymposion Heidenheim, Werk 13, 2012 (E)
Alldone Foundation, Berlin 2012 (E)
Galerie Vincenz Sala, Paris 2012 (E)
Museum gegenstandsfreier Kunst, Otterndorf 2012 (E)
Strom und Glas, Deutscher Künstlerbund Projektraum, Berlin 2011 (E)
Marcel Duchamp und der Wasserfall Le Forestay bei Chexbres am Genfersee, Galerie Davel in Kooperation mit Philadelphia Museum of Art, Cully, Kurator/in Stefan Banz, Caroline Bachmann (G)
REALACE Fine Arts, Berlin 2010 (E)
Berlin Transfer, Junge Kunst in der Berlinischen Galerie, Berlin 2010 (G)
Zeigen. Eine Audiotour durch Berlin von Karin Sander, Temporäre Kunsthalle Berlin, Berlin 2010 (G)
ZEROplus, Galerie 401contemporary, Berlin 2010 (G)
Linie, Galerie 401contemporary, Berlin 2009 (G)
HAUNTED L'ESPRIT DE RROSE, Collection Callay, Kurator: Pierre Granoux, Neuilly-sur-seine 2009 (G)
Sleeping Beauties, REALACE Fine Arts, Kurator Fritz Balthaus, Berlin 2009 (G)
D’ailleurs, Galerie Volapük/ici&là, Kurator: Pierre Granoux, Berlin 2008 (G);
Salt Seller, Stella A, Berlin 2008 (G); QUOBO, Kunst in Berlin 1989-1999, Eesti Kunstimuuseum, Art Museum of Estonia, Tallinn & Staatliches Kunstmuseum * Nowosibirsk, Russland (G)
NBK, Neuer Berliner Kunstverein, Berlin 2008 (G)
Galerie Edition Stella A., Berlin 2008 (E)
1 Colli, Berlinische Galerie, Landesmuseum für Kunst, Architektur & Fotografie (E)
Villa Grisebach Gallery, mit Monika Stricker, Berlin 2006 (G)
HOCHTIEF Arbeiten mit Bauten, Galerie Framework, Kuratorin Christiane Fath, Berlin (E)
UNDERGROUND, Kunstsammlung Neuer Meister, Albertinum Dresden, Kuratoren Ulrich Bischoff, Gabriele Knapstein Dresden 2003 (G)
LONDON/BERLIN/MINIMAL, ROCKET GALLERY London, Gallery-swap LONDON /BERLIN/MINIMAL Galerie Markus Richter,Berlin 2002 (G)
QUOBO, Kunst in Berlin 1989-1999, Kuratorinnen, Ingrid Buschmann, Gabriele Knapstein, Hongkong Arts Centre, Hongkong 2000; Neue Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, Berlin 2001; Metropolitan Museum of Modern Art Tokyo, Tokyo & Nationalgalerie Jakarta, Indonesien, Jakarta 2001, Museum of Art and History, Hamilton, Neuseeland & Sungkok Art Museum, Seoul 2002; Van Ho Exhibition Center, Vietnam Hanoi & macg, museo de arte carrillo gil, Mexico City, 2003; Museo de Artes Visuales, Santiago 2003; Gallery of the Union of Bulgarian Artists, Sofia & Belgrad, Serbien und Montenegro & The Contemporary Art Centre of Vilnius, Litauen; Museo de Arte de Lima, Peru, Lima 2008 (G)