Stefan Wissel
Schwärmer
Heidenheimer Verkehrsgesellschaft mbH
 

 

 

     
 

PROJEKT   KÜNSTLER

Einen für traditionelle Bildhauer schwierigen Arbeitsplatz stellt der Öffentliche Nahverkehr in Form des Bussystems der Heidenheimer Verkehrsgesellschaft dar. So wurden für diesen Arbeitsplatz vornehmlich konzeptuelle Projekte vorgeschlagen, die auf unterschiedliche Weise die Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs in unserem Leben thematisieren. Das Spektrum reichte von einer Recherche über verlorene Gegenstände in Bussen bis hin zu der Idee, die Picasso-Plakate des Kunstmuseums Heidenheim in den Linienbussen auf Rundreise zu schicken.
Aus diesen konzeptuellen Vorschlägen ragt Stefan Wissels Projekt heraus, weil es einen spezifisch konzeptuellen Ansatz mit einem sehr hohen Maß an visueller Präsenz verbindet. Die Grundidee des Projekts mit dem treffenden Titel „Schwärmer“ besteht darin, die realen Bewegungen der Busse in ein abstraktes Bewegungsbild zu übersetzen.
Zu diesem Zweck stattet der Düsseldorfer Künstler einzelne Busse verschiedener Linien mit GPS-Sendern bzw. Mobiltelefonen aus, die ihre Signale an einen Cloudserver senden. Dieser setzt die jeweiligen Positionen der Busse in unterschiedliche Farbpunkte um, die auf einen großen, am Gebäude der Zentralen Bus Haltestelle montierten Monitor übertragen werden. Die Bewegungen der Busse erscheinen auf der schwarzen Fläche des Bildschirms als sich bewegende Farbpunkte, die insgesamt an einen bunten Fliegenschwarm denken lassen. Damit findet Stefan Wissel für die Bewegungen des öffentlichen Nahverkehrs, der ja nur ein kleiner Teil aller Bewegungen im öffentlichen Raum ist, ein überzeugendes und zugleich abstraktes Bild, das einen Eindruck vom realen Lebensrhythmus in Heidenheim vermittelt.
In seinem Projekt führt uns Stefan Wissel vor Augen, dass der öffentliche Raum nicht nur als statischer Raum begriffen werden darf, sondern auch als Raum für ständige und vielfältige Bewegungen. Im Unterschied zu allen bisher realisierten Kunstwerken des Bildhauersymposions lässt er uns den öffentlichen Raum als Bewegungsraum wahrnehmen und verweist damit auf eine zentrale, bisher unbeachtete Dimension des Öffentlichen.

René Hirner

 
Lebenslauf
1960 geboren in Hamburg
lebt und arbeitet in Düsseldorf
1980 Abitur, Gymnasium am Loekamp, Marl
1980- 82 Zivildienst, Münster
1982- 84 Studium der Erziehungswissenschaften
an der Westfälischen Wilhelms-Universität, Münster
1984- 86 Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Münster bei Prof. Inge Mahn und Prof. Ulrich Erben
1986- 93 Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei Professor Michael Buthe
1989 Meisterschülerbrief Kunstakademie Düsseldorf
bei Professor Michael Buthe
   
Lehrtätigkeit
2011 Lehrauftrag »The Personal State of the Art«, Hochschule für Künste Bremen
2009 Lehrauftrag „Egocasting“, Hochschule für Künste Bremen
2005 Gastprofessur Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg
 
Einzelausstellungen (Auswahl)
2011 Latente Ressourcen, Städtische Galerie Remscheid (K)
2010 Animateur, art gallery, NORD/LB Hannover (K)
2009 Lunte, Pilot Projekt für Kunst e.V., Düsseldorf
2007 The Monochromantics, Lionel Hustinx Arts Contemporains, Liege, B
2006 Last Night A Drawing Saved My Life, Kunsthalle Nürnberg
2005 deko, Künstlerverein Malkasten, Düsseldorf
Second Service, BFA Gallery, Liempde/Eindhoven, NL
Poplieferanten Zwei, Gesellschaft der Freunde junger Kunst, Baden-Baden (mit S. Drühl)
2004 surf me, Institut für Moderne Kunst, Nürnberg
Poplieferanten, Flottmann-Hallen, Herne [mit Sven Drühl (K)]
2003 immer deeper, Galerie Mark Müller, Zürich, CH (mit Axel Lieber)
jeune, jolie, spirituelle… Galerie Rolf Hengesbach, Köln
2002 BFA Gallery, Liempde/Eindhoven, NL
If you can’t soften her up here, you’re hopeless, Mehrwert e.V. Interfood Vitrine, Aachen
2001 Wohin gehst du wenn du mitkommst?, Kunstverein Bremerhaven
simply meinetwegen, Galerie Michael Zink, München
2000 unsexy, Kunsthaus Baselland, Muttenz/Basel, CH (K)
See you later, Moderne!, escale, Düsseldorf
1999

Biopoesie, Räume für neue Kunst, Wuppertal

1998 Nimm einen Spaziergang auf der wilden Seite, Galerie im Tor, Emmendingen
   
Gruppenausstellungen (Auswahl)
2013 Kunstmuseum Heidenheim (K)
2012 20 Years Hengesbach Gallery, Hengesbach Gallery, Berlin
Space Art Award 2012, Köln
2010 Waldbild, Städtische Galerie Waldkraiburg, (K)
Nanostalgia, Parkhaus, Künstlerverein Malkasten, Düsseldorf
Optical Shift. Illusion und Täuschung, b-05, Kunst- und Kulturzentrum, Montabaur.
2009 Prison of Love, OTR Espacio de Arte, Madrid, E
Aus der Tiefe des Raumes, Institut Rheinumschlag, Düsseldorf
2008 ITCA- International Triennial of Contemporary Art, Prag, National Galerie Prag, CZ (K)
Leisure, Kunst und Begegnung Hermannshof e.V., Völksen/ Hannover (K)
Ballroom, Skulpturi.dk, Kopenhagen, Dk
62. Bergische Kunstausstellung, Museum Baden, Solingen/ Galerie Stadt Remscheid (K)
Disentangle, Andreas Grimm New York, New York, USA
2007 SkulpturSkulptur, Kunstmuseum Mühlheim an der Ruhr (K)
What’s up?, Museum Ratingen (K)
2006 Sunday, Hosfelt Gallery, San Francisco, USA
Abstraktion und Überleben, Kunstbunker- Forum für zeitgenössische Kunst, Nürnberg (K)
Eine Teller Elend, layr:wuestenhagen CONTEMPORARY, Wien, A
Swamp,Galerie Rolf Hengesbach, Köln
2005 relations, Galerie Rolf Hengesbach, Köln
Madame Réalité, Städtische Galerie Waldkraiburg (K)
Melancholie, Städtische Galerie Gladbeck
Architektur mobil, Rudolf-Scharpf-Galerie, Ludwigshafen (K)
2004 Madame Réalité, E-Werk – Hallen für Kunst, Freiburg
Melancholie in Kassel, Stellwerk im Kulturbahnhof Kassel
Sailstorfer, Dedobbeleer, Wissel, Galerie Zink & Gegner, München
2003 I bambini siamo noi-kids are us, Galleria Civica di Arte Contemporanea di Trento,Trento, I
Kuckucksei, Museum für Gegenstandsfreie Kunst, Studio A, Otterndorf
Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen, Kunsthalle Bremen (K)
on stage, Villa Merkel, Galerien der Stadt Esslingen, Esslingen (K)
2002 on stage, Kunstverein Hannover (K)