"Der Nabel der Welt"
inges idee

Althammer GmbH & Co. KG

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An einer Ecke des Rathauses der Stadt Heidenheim/Br. wird in Höhe des siebten Stocks ein großer Edelstahlring im Durchmesser von ca. 2,4 m montiert. Dieser durchbricht die Hauswand, um auf der anderen Seite der Hausecke wiederhervorzutreten, er sitzt quasi wie ein Ohrring im Haus. Dem eher rabiaten Eingriff in die Bausubstanz steht die stolze, ungewöhnliche Schmückung mit einem makellos gearbeiteten, polierten Edelstahlring gegenüber.

Die Verzierung unserer Körper ist heutzutage ein alltägliches und weitverbreitetes Phänomen. Tätowierung oder Piercing gehört mittlerweile zum täglichen Straßenbild. Entspricht die Tätowierung eher der Malerei auf dem Körper, so ist das Piercing als Perforation und Durchlöchern von Körpervolumina eindeutig ein bildhauerischer Akt. Dieser gewaltvolle / lustbetonte Akt, normalerweise am privaten Körper durchgeführt, wird von Inges Idee am architektonischen Baukörper im öffentlichen Raum vollzogen, in derselben Mischung aus Gewalttätigkeit und Dekoration, als identitätsstiftende, nach außen weisende Handlung.

Der bildhauerische Akt des Durchlöcherns, der Perforierung der trennenden Haut des Gebäudes verschiebt den intimen Akt des Körperschmückens in den Raum der bildenden Kunst. Der Ring weist sowohl nach außen (öffentlicher Raum) als auch nach innen (privater Raum) und vereint somit diese beide Sphären. Letzlich ist die konkrete Gleichsetzung von Körper, als Ort von Intimität, Lust, Privatheit und Exhibitionismus, und Bau-Körper ein Katalysator, der wesentliche Fragen von öffentlichem und privatem Bereich thematisiert.
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